12. Mehr Mut zu dir selbst!

Index

1. - Weisheit der Stoiker
2. - Seneca als Lebens-Lehrer
3. - Sklave oder Herr der Dinge
4. - Lehrmeister gelassenen Lebens
5. - Glückselig leben
6. - Seneca und Marc Aurel
7. - Leben lernen
8. - Wie man ein Lebens-Meister wird
9. - Philosophie als Lebens-Kunst
10. Schule des Lebens
11. Mächtiger als das Schicksal

12. Mehr Mut zu dir selbst!


13. Das Tun entscheidet
14. Charakterfestigkeit
15. Lebens-Bedürfnisse
16. Der Geist sei Führer
17. Krankheit und Selbst-Beherrschung
18. Furchtlosigkeit
19. Zorn-Überwindung
20. Selbst-Erziehung
21. Besitz-Besessenheit
22. Verluste ertragen
23. Reichtum von innen
24. Freude als Kraftquell
25. Die Gegenwart nützen!
26. Glücksicherung
27. Meide die Masse
28. Freundschaft
29. Adel der Seele
30. Die Einstellung entscheidet
31. Gesinnung und Lebens-Richtung
32. Verhalten und Verhältnisse
33. Rechte Selbst-Richtung
34. Widerstände als Kräftewecker
35. Wille als Wandlungskraft
36. Selbst-Erkenntnis
37. Selbst- und Lebens-Vertrauen
38. Tugend als Lebens-Tauglichkeit
39. Gelassenheit
40. Selbst-Vervollkommnung
41. Vervollkommnung-Stufen
42. Rechte Lebens-Wertung
43. Weisheit des Lebens
44. Weisheiten vom Wege
45. Die Goldene Regel 1
46. Die Goldene Regel 2
47. Gemütsruhe
48. Rechte Sicht
49. Rechtes Verhalten
50. Rechte Selbst-Sicherung
51. Lebens-Zielsetzung
52. Macht der Gedanken
53. Alles ist innen
54. Der Geist in dir
55. Die innere Kraft
56. Zurückgezogenheit
57. Selbst-Einkehr
58. Seelenstillung
59. Verwesentlichung des Lebens
60. Kürze des Daseins
61. Zeit als Lebenshelfer
62. Mehr Ewigkeit-Bewusstsein
63. Von Tod und Verlust
64. Todes-Überlegenheit
65. Unvergänglichkeit
66. Auf dem Weg zur Vollendung
67. Leben ist ewig
68. Alles ist eins
69. Gott in uns

Wie das rechte Denken der Anfang der Lebensweisheit ist, so ist die Tapferkeit ihre Vollendung, denn, wie Demosthenes sagt: »Durch dieses wird, was zu tun ist, geprüft, durch jene wird es gesichert.«

Wer richtig zu denken gelernt hat, kann allem standhalten, wie Seneca lehrt und wie Marc Aurel gleich ihm darlegte und demonstrierte:

»Lass dich nie durch die Betrachtung deines Lebens in seiner Gesamtheit entmutigen, und fasse nicht alle Unannehmlichkeiten, die dich treffen könnten, nach Beschaffenheit und Menge auf einmal in Gedanken zusammen, sondern frage dich vielmehr bei jedem gegenwärtigen Vorfall, was daran etwa nicht zu ertragen wäre. Und erkenne, dass weder das Vergangene noch das Zukünftige, sondern immer nur das Gegenwärtige dich drücken könnte; dass es aber gemildert wird, wenn du bedenkst, wie kurz es ist, und dich auf die Kraft deiner Seele besinnst.

Denke nie, wenn etwas schwer erscheint, dass es dir nicht möglich sei, es zu meistern! Wenn etwas irgendeinem Menschen möglich war, ist es auch für dich erreichbar. Wage dich darum mutig an Dinge, an deren Durchführbarkeit du anfangs zweifelst, und vertraue der Überlegenheit der inneren Kraft über die äußeren Dinge und Umstände!

Sieh alles mit furchtlosen Augen an, da die Außendinge dein inneres Wesen nicht berühren können und Störungen deines Seelenfriedens nur in deiner Einbildung bestehen.

Dieser Mut zu dir selbst befähigt dich, sorgenfreier zu leben und mit zunehmender Gelassenheit jeweils das zu tun, was der Augenblick erfordert, festen Schrittes deinen Weg zu gehen und, wenn dir die Einsicht ob der rechten Richtung fehlt, in die Stille zu gehen und dem Genius in dir zu folgen.

Denn die äußeren Dinge und Umstände, die du mit Furcht oder Hoffnung fliehst oder suchst, kommen nicht zu dir, sondern du kommst gewissermaßen zu ihnen. Bekümmere dich darum nicht um sie; dann bleiben sie, wo sie sind, und können dir nichts anhaben.

Wenn du so denkst und handelst, kannst du am Abend jedes Tages selbstbewusst bekennen:

Heute habe ich wiederum alle Hindernisse und Widrigkeiten überstanden, weil ich sie in mir überwand. Ich bewahrte Gelassenheit gegenüber dem, was von äußeren Ursachen herrührte, und Gerechtigkeit und Weisheit gegenüber dem, was durch mich selbst bedingt war. So begründete ich heute mein Wohlergehen und werde es morgen und weiterhin ebenso tun.

Weise handelt, wer seine Seele vor jeder Richtung bewahrt, die eines denkenden Wesens unwürdig ist, und seine Tätigkeit auf das beschränkt, was notwendig ist.«

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© (Versión Alemán) Karl O. Schmidt, Drei Eichen Verlag, Engelberg / Schweiz
(English traduction by Jörn Malek)