65. Unvergänglichkeit

Index

1. Woche
2. Woche
3. Woche
4. Woche
5. Woche
6. Woche
7. Woche
8. Woche
9. Woche
10. Woche
11. Woche
12. Woche
13. Woche
14. Woche
15. Woche
16. Woche
17. Woche
18. Woche
19. Woche
20. Woche
21. Woche
22. Woche
23. Woche
24. Woche
25. Woche
26. Woche
27. Woche
28. Woche
29. Woche
30. Woche
31. Woche
32. Woche
33. Woche
34. Woche
35. Woche
36. Woche
37. Woche
38. Woche
39. Woche
40. Woche
41. Woche
42. Woche
43. Woche
44. Woche
45. Woche
46. Woche
47. Woche
48. Woche
49. Woche
50. Woche
51. Woche
52. Woche
53. Woche
54. Woche
55. Woche
56. Woche
57. Woche
58. Woche
59. Woche
60. Woche
61. Woche
62. Woche
63. Woche
64. Woche
65. Woche
66. Woche
67. Woche
68. Woche

Untertitel

Wir alle leben und wirken auf ein Ziel hin: auf ein ewiges Ziel, das über dieses Dasein hinausweist, wie der Stoiker lehrt. »Die einen tun es mit Einsicht und bewusst, andere unbewusst. Sieh du zu, welches deine Aufgabe ist, und erkenne, dass auch das Sterben eine Aufgabe des Lebens ist. Wohl dir, wenn du auch diese Aufgabe glücklich lösest, indem du dich, solange du lebst, der Weisheit widmest!

Nur jene, die ihr Denken und Leben der Weisheit widmen, leben wirklich; denn nicht nur ihre eigene Lebenszeit hüten sie gut, sondern sie fügen auch jedes Zeitalter dem ihrigen bei. Alle Jahrhunderte, die vor ihnen durchlebt wurden, gewinnen sie für sich. Alle großen Geister der Menschheit sind ihre Ahnen. Die großen Philosophen sind für sie geboren, sie bahnten ihnen den Weg ins Licht. Kein Jahrhundert ist ihnen verschlossen, zu allen haben sie Zutritt. Und keiner der Vollendeten weist ihnen die Tür, keiner der Gossen, denen sie sich zuwenden, wird sie nicht glücklicher und vollkommener entlassen. Keiner von ihnen bringt dich um deine Jahre, er gibt dir vielmehr die seinigen noch dazu. Du wirst von ihnen erhalten, was du nur willst; und es wird nicht an ihnen liegen, wenn du nicht so viel davonträgst, als du nur fassen kannst.

Wir pflegen gern zu sagen, die Wahl unserer Eltern habe nicht in unserer Macht gestanden; aber nach unserer Wahl heranwachsen können wir alle. Es gibt Familien der edelsten Geister: wähle, in welche du aufgenommen sein willst! Es liegt bei dir, welche du beerben willst. Sie können dir den Weg zum Einklang mit dem Ewigen zeigen und dir deine eigene Unvergänglichkeit bewusst machen.

Das Leben des Weisen hat eine weite Ausdehnung: ihn schließen nicht die selben Grenzen ein wie die anderen. Er ist von den Gesetzen, die die Masse beherrschen, entbunden. Alle Jahrhunderte dienen ihm wie einer Gottheit. Das Zusammenfassen aller Zeiten in eine macht ihm das Leben lang. Im Bewusstsein seiner Zeitüberlegenheit und Unvergänglichkeit bejaht er sein Schicksal – und eben durch sein Ja gelangt er zur Schicksalsüberlegenheit. Er weiß: ob ich von der Natur spreche oder von Schicksal – es sind nur andere Namen für das Göttliche, in dem mein Wesen gründet.«

Welche Macht -- fügt Marc Aurel hinzu -- »welche Macht hat doch der Mensch! Er hat es in seiner Gewalt, nichts zu tun als das, was dem Willen der Gottheit entspricht, und alles willig anzunehmen, was sie ihm zuweist. Dieser Macht dient er, wenn ihm gewiss ward, dass alles, was ihn im Leben wie an unsichtbaren Fäden hin und her zieht, seine Wurzel, seinen Beweggrund in seinem eigenen Innern hat. Dort ist der Wirker seines Schicksals: der Genius in ihm, der seiner Unzerstörbarkeit bewusst ist.«

««    »»