62. Mehr Ewigkeit-Bewusstsein

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Untertitel

Ein Spötter äußerte einmal seine Verwunderung darüber, dass so viele Menschen sich erst entschließen, wirklich zu leben, wenn sie bereits halb tot sind ... In der Tat kommen viele erst zur Besinnung, nachdem die besinnungslose Jagd nach Glück und Erfolg ihren Körper zerrüttet und ihre Seele versteinert hat... Jetzt erst geht ihnen auf, was sie vorher nicht wahrhaben wollten: dass der weiser lebt, der sich weniger auf die Zeit und mehr auf die Ewigkeit einstellt, der weniger ausgeht und mehr bei sich selbst ist, der weniger hastet und mehr rastet, statt der Zukunft der Gegenwart lebt und jeden Augenblick als Berührungspunkt mit der Ewigkeit wertet und ausschöpft.

Wenn sogar das langsamste Tier, die Schnecke, ihres Daseins Ziel erreicht, dann auch der Mensch, wenn er gelassen geht und das Wort >Ich habe keine Zeit< durch die Bejahung ersetzt: >Die ganze Ewigkeit ist mein!< Wer so lebt, lebt seinem Wesen gemäß, lebt Gott-gemäß.

Gott-gemäß leben heißt nach Seneca und Marc Aurel, gelassen leben im Vertrauen darauf, dass alles gut ist oder zu etwas Gutem hinführt. »Wer so lebt, unterlässt, was seinem innersten Wesen, dem Genius in ihm, un-gemäß ist. Hat er sich gewöhnt, sich von innen her leiten zu lassen, kann er der Hilfe von außen entbehren. Denn er lebt nicht mehr in und mit der eilenden Zeit, sondern aus der Ewigkeit.«

Beide stimmen dem zu, was später Plotin über die drei Menschen -gruppen schrieb: »Die einen sind ganz an die vergängliche Außenwelt hingegeben und verbringen die Lebenspanne, ohne innerlich fortzuschreiten. Sie gleichen Vögeln, die durch zu viel Nahrung so schwer wurden, dass ihr Gewicht sie an die Erde bindet und ihnen den Höhenflug unmöglich macht.

Andere erheben sich ein wenig über die Erde und ziehen ihre Seele wenigsten zeitweise von deren Freuden zurück im Verlangen nach Höherem, nach unvergänglichen Werten; es fehlt ihnen aber die Kraft, das Höchste wahrzunehmen.

Doch es gibt eine dritte Gruppe: jene gottähnlichen Menschen, die mit durchdringender Schau begabt sind, die lichtere Herrlichkeit einer höheren Welt erkennen, sich zu ihr aufschwingen und aus dem Ewigen leben. Sie weilen im Ewigen und wissen sich in ihm geborgen wie einer, der nach langer Irr-fahrt endlich heimgekehrt ist.«

Dieser dritten Gruppe kann jeder angehören, wenn er dahin wirkt, dass sein Alltagswirken mit mehr Ewigkeit-Bewusstsein erfüllt und sein Denken auf das gerichtet ist, was der Genius in ihm als das allein Wesentliche und Lebenswichtige anrät und zu tun gebietet.

Nur wer so lebt, lebt wirklich. Die anderen sind nur da.

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