61. Zeit als Lebenshelfer

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Untertitel

Der Weise bedenkt bei allem, was er vorhat und tut, die Kürze des Daseins. Er weiß, dass der Tod immer um ihn ist und dass einzig der gegenwärtige Augenblick ihm gehört. Darum hält er den heutigen Tag, als wäre er sein letzter, frei von Unrast, Eigensucht und Leidenschaft und achtet auf Harmonie mit sich selbst und mit dem Ewigen.

Er folgt Senecas Rat: »Nütze die Zeit, die dir gar zu leicht entschlüpft, von anderen geraubt oder durch Lässigkeit vertan wird! Der größte Teil der Zeit verfließt den Menschen indem sie Unrecht tun; ein großer, indem sie nichts tun; ihr ganzes Dasein aber, indem sie immer etwas anderes tun, als sie sollten.

Wen kannst du mir nennen, der den Wert der Zeit als Lebenshelfer erkennt und ausschöpft – im Bewusstsein, dass er täglich stirbt? Denn darin irren wir, dass wir den Tod als etwas Zukünftiges erwarten: er ist zum großen Teil schon vorüber; alles was von unserem Lebensalter hinter uns liegt, hat er schon in den Händen.

Halte darum deine Stunden zusammen. Du wirst weniger vom Morgen abhängen, wenn du das Heute erfassest und richtig wertest. Aller Besitz ist nur Lehen, allein die Zeit ist unser. Nur diese flüchtige Sache hat uns die Natur zu eigen gegeben -- und doch lasen wir sie uns von jedem nehmen, obwohl nicht einmal der Dankbare sie uns zurückerstatten kann.

Wahre Weisheit verrät sich durch den rechten Gebrauch der Zeit. Ein Tag ist ein Abschnitt des Lebens; das ganze besteht aus Teilen, von denen die größeren die kleineren umschließen. Den engsten Umkreis hat der Tag, obwohl auch er nur vom Aufgang bis zum Untergang reicht. Richte ihn daher so ein, als ob er die Reihe schließe und die Summe der Lebenstage voll mache!

Der Weise hat, weil er jederzeit und überall sich selbst gehört, immer Zeit. Er liefert sich äußeren Geschäften immer nur auf begrenzte Zeit aus. Und auch, wenn er sich seinen Freunden widmet, entzieht er sich doch nicht sich selbst. Mit den Großen der Menschheit pflegt er Gemeinschaft; mit ihnen, in welchem Jahrhundert sie auch lebten, ist er geistig verbunden, denn sie machen jede Stunde seines Daseins fruchtbar und reich.«

Marc Aurel fügt den Rat hinzu: »Wie du am Ende deines Lebens gelebt zu haben wünschest, so lebe schon jetzt! Du kannst es. In jedem Augenblick kannst du ein neues Leben beginnen, wenn du dich an neues Denken gewöhnst. Geschieht das, weitet sich dein Sehkreis und dann wird die Zeit dein bester Lebenshelfer, indem sie, was du planst, bejahst und tust, zur Reife bringt. Du lebst dann inmitten der Zeit in der Ewigkeit.«

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