54. Der Geist in dir

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Untertitel

Solange wir nicht lernen, das Glück nicht in Dingen, sondern in uns selbst zu finden, bleiben wir den Sorgen und Nöten ausgeliefert. Mit diesem Hinweis fordert Seneca nicht, dass wir die Dinge verachten, sondern nur, dass wir Herr unserer Wertungen seien. In die gleiche Kerbe schlägt Marc Aurel:

»Verdorbene Nahrung weisen wir zurück, aber leid-bringenden Wertungen öffnen wir bedenkenlos unser Herz. Wir lassen uns den Blick trüben, bis wir das Leid nah und groß, das Glück klein und fern sehen... Lernen wir darum, die Dinge recht zu sehen: mit den Augen des göttlichen Geistes in uns!

Wenn du das tust, tust du nichts mit Unwillen, nichts ohne Rücksicht auf das Gemeinwohl, nichts überstürzt. Denn dann ist der Gott in dir dein Führer und der welcher dein Denken und Handeln bestimmt. Du erkennst dann, dass, was immer auch dir begegnet, nichts Feindliches, sondern etwas deinem Fortschritt Dienliches ist.

Wie der Atem mit der Luft, so sei dein Denken mit dem Geist in dir in Übereinstimmung. Und wie du dem vertraust, der in dir das Edelste ist, so wende dich in Verehrung und Vertrauen auch dem All -geist zu, der alles lenkt. Erkenne, dass der Geist in dir jedem verwandt ist. Er ist das in dir, das alles andere, Leib und Leben, zu seinem Gebrauch hat.

Besser als alle Gebete um Abwendung von Übeln oder um Verleihung von Segnungen ist das Verlangen nach der Gabe, nichts zu fürchten, nichts zu begehren, nicht um das Kommen und Gehen der Dinge zu trauern. Eben dies hat Gott in deine Macht gestellt. Gebrauche darum die überlegen machende Gelassenheit in Freiheit, statt dich äußeren Dingen und Empfindungen zu unterwerfen. Dann wirst du erfahren, dass Gott dir in dem, was von dir abhängt, zu Hilfe kommt. Gib deinem Gebet die rechte Richtung -- und du wirst den Erfolg sehen.

Solltest du etwas finden, das deiner Überzeugung nac höher steht als Gerechtigkeit und Wahrheit, Mut und Gelassenheit, höher als eine Seele, die mit sich selber eins und mit ihrem Schicksal zufrieden ist, denn wende dich dem zu mit aller Kraft deines Wesens...

...Wenn sich aber deinem Blick nichts Höheres und Edleres zeigt als der Geist, der in dir wohnt, der Genius in dir, der seiner selbst und seiner Überlegenheit über Begierden wie Nöte und Bedrohungen bewusst und Vollzieher der göttlichen Weisheit und Führung ist, dann wende dich keinen anderen, geringeren Dingen zu!

Vielmehr halte das höchste Gut, das du in dir gefunden hat, fest und vertraue darauf, dass es sich als das für dich förderlichste erweisen wird. In dem Masse, wie du das tust, wirst du dich in jeder Lage beschützt und geborgen sehen.«

Das ist die gemeinsame Erfahrung aller Großen der Menschheit, aller Weisen, Erleuchteten und Vollendeten.

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