53. Alles ist innen

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Untertitel

Da der beste Halt der innere Halt ist, der allein die rechte Haltung verleiht und die Meisterung der Verhältnisse sichert, wie Seneca lehrt, gilt es, mehr nach innen als nach außen zu blicken und sich mehr nach sich selbst als nach anderen zu richten. Wer das tut, gleicht der Natur, die äußerlich bewegt, innerlich aber still und stark ist.

Es gibt in der Tat keine ungestörtere Zufluchtsstätte und Kraftquelle als unser eigenes Inneres. Alles, was wir ersehnen, ist innen. Darum ergänzt Marc Aurel Senecas Rat mit Recht dahin, dass wir »sooft wie möglich Einkehr halten bei uns selbst und uns in der Stille des Innern selbst erneuern. Hier gewinnen wir immer aufs neue Kraft, die uns befähigt, mit heiterer Gelassenheit die Außenwelt zu ertragen und zu meistern, wenn wir aus dem Schweigen der Innenwelt zu ihr zurückkehren.

Niemand ist erbärmlicher als ein Mensch, der alles in der Außenwelt ergründen will, statt zuerst sich selbst zu erkennen, mit dem Genius in ihm zu verkehren und ihm zu folgen. Diese Gefolgschaft besteht darin, sich von Eitelkeit, Leidenschaften und Unzufriedenheiten mit Gott und den Menschen frei zu halten.«

Es ist die gleiche Sicherheit, Kraft und Gelassenheit von innen her, zu der die Stoiker des Ostens, die Taoisten, den Weg weisen:

»Der Mensch, der weiß, dass alles innen ist, und der in sich selber ruht, bleibt gelassen, auch wenn er tätig ist. Er denkt weder an Recht noch an Unrecht, weder an Gut noch Böse. Seine Freude ist es wenn es allen wohl ergeht. Darum sammeln sich die von Unrast Gejagten um ihn wie Kinder, die ihre Mutter verloren haben, oder wie Pilger die den Weg verfehlten.

Weil er alles in sich weiß, ist er der Träger der Fülle des Lebens und Spender alles Guten. Er ist auf dem Wege zu der abermals höheren Stufe des vollkommenen Menschen, der ganz in das göttliche Licht der inneren Welt eingesenkt ist. Er handelt im Einklang mit seinem innersten Wesen, mit Gott und mit den Menschen. So gesinnt, kann er nichts mehr verlieren. Für ihn ist alles Äußere wesenlos – außer als Diener des Innern. Für ihn sind alle Dinge und alle Wesen in ihren Ursprung zurückgekehrt.«

Auf dem Wege dorthin ist, wer sich immer wieder besinnt, dass alles, was er sucht und ersehnt, innen ist. Ihm kann nichts genommen werden, denn er weiß, dass der Quell allen Reichtums in ihm sprudelt und ihn jederzeit erquickt, sowie er sich ihm zuneigt.

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