45. Die Goldene Regel 1

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Untertitel

Zur rechten Lebens-Kunst und –Weisheit gehört, nach Senecas Worten, die Befolgung der Goldenen Regel, die nur von wenigen gesehen und beachtet wird:

»Die meisten verstehen es weder, Gutes zu tun, noch recht zu empfangen. Sie beklagen sich, dass ihre Gaben unerwidert blieben oder mit Undank belohnt wurden, und sehen nicht, dass sie selbst der Grund dafür waren – durch die Art ihres Gebens. In Wahrheit dankt die Umwelt uns für Wohltaten mit der gleichen inneren Haltung, mit der wir geben. Weise handelt, wer freudig gibt und dann nicht mehr daran denkt.

Schlechte Erfahrungen sollten uns nicht hindern, im Vollbringen guter Taten unermüdlich fortzufahren. Es ist ein Kennzeichen rechter Gesinnung, dass man nicht auf die Früchte des Gebens achtet oder nach dafür Würdigen ausspäht, sondern um des Gebens willen gibt. Höre darum nicht auf und spiele die Rolle eines guten Menschen ganz zu Ende. Hilf dem einen durch materielle Unterstützung, dem anderen durch dein Vertrauen, dem dritten durch freundliche Aufnahme, einem vierten durch guten Rat, einem fünften durch fördernde Anleitungen. Für Liebesdienste haben auch die Tiere Sinn, und kein Tier ist so wild, dass es nicht durch liebevolle Behandlung gebändigt werden könnte.

Wer hingegen Gutes im Blick auf späteren Lohn tut, das Guttun als Geschäft betrachtet, wird notwendig enttäuscht. Guttun wird durch Hin-schielen auf Belohnung nicht gefördert, sondern entwürdigt. Rechtes geben verlangt volle Hingabe und fordert Opfer unter Ausschaltung aller Nützlichkeitserwägungen. Es ist freudige Hingabe um des Gebens willen, Guttun um des Guten willen, aus dem Verlangen, keine Gelegenheit zu versäumen, Gutes zu wirken, wenn man dadurch anderen ihre Mühe erleichtert oder ihre Sorgen mindert.

Der rechte Geber schaut aus nach dem Wohlergehen des Empfängers, nicht nach dem eigenen. Sonst wäre es Selbstliebe. Das Gute soll aus keinem anderen Grunde erstrebt werden als allein deshalb, weil es gut ist. In solchem Nächsten-Dienst liegt zugleich die rechte Gottesverehrung.«

Mit Recht heißt es: »Die im Guten vorangehen, werden Gott zunächst stehen.« Uralte Weisheit bestätigt es: »Wer das Gute stärkt, wo immer er es findet, bei Arm oder Reich, Hoch oder Niedrig, der allein dient wirklich dem Ganzen. Und nur wer dem Ganzen dient, dient wahrhaft sich selber.« Er folgt der Goldenen Regel rechten Verhaltens, ddas, was er für sich selbst an Gutem wünscht, zuvor anderen zu erweisen. Solch Denken und Handeln erhöht seine Glückswürdigkeit und sein Glücklichsein von innen her. Es ist von äußeren Einflüssen unabhängig, weil es, im Innersten seines Wesens wurzelnd, so unzerstörbar ist wie sein Selbst.

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