43. Weisheit des Lebens

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Untertitel

Höher als Wissen ist Weisheit. Alles Wissen der Welt macht weder weise noch glücklich; mit der Zunahme der Weisheit aber wächst die Ruhe und Gelassenheit des Herzens und die Kraft, das Leben zu meistern, wie Seneca sagt: »Fachliches Wissen ist nützlich, wenn es der Schulung des Geistes dient, nicht aber, wenn es von höheren Aufgaben abhält. Im Grunde genommen gibt es nur eine Art wissenschaftlicher Betätigung, die eines denkenden Menschen würdig ist: das ist das Studium der Weisheit.

Du lehrst mich zum Beispiel, wie hohe und tiefe Töne Harmonie ergeben, wie Saiten von verschiedenen Tonhöhen zusammen klingen. Besser wäre es dafür zu sorgen, dass in meinem Inneren Harmonie herrscht und dass meine Gedanken und Entschlüsse, Worte und Taten harmonisch zusammen klingen.

Der Geometer lehrt mich, großen Landbesitz zu vermessen. Er sollte mich lieber lehren, wie ich erkenne, wann der Mensch genug hat.

Der Mathematiker lehrt mich den Gebrauch der Zahlen. Müsste er aber berechnen, was er an sich selbst hat, wäre er dazu kaum fähig. Du kannst den Kreisumfang oder die Entfernung der Sterne berechnen; aber wenn du ein Meister dieser Kunst bist, lege deinen Maßstab an den menschlichen Geist und sage mir, wie klein oder groß er ist...

Du weißt, was eine gerade Linie ist; aber was nützt es dir, wenn du nicht verstehst, im Leben eine gerade Linie einzuhalten? Das lehrt die Weisheit. Darum ist Weisheit mehr als Wissen: sie hilft uns, alle erreichbaren Erkenntnisse unserer geistigen Höherentwicklung dienstbar zu machen. Das bedeutet Unabhängigkeit von den Gesetzen, die alle Wesen binden, und den Grenzen, die ihnen gesteckt sind. Alle Zeitalter dienen dem Weisen: aus der Vergangenheit schöpft er neue Erkenntnisse und Kräfte, die Gegenwart nutze er voll und die Zukunft nimmt er vorweg. So macht er sein Leben lang, fruchtbringend und reich.

Ein Kennzeichen des Weisen ist, dass Beeinträchtigungen, die andere niederwerfen, ihm nichts anhaben können und dass niemand ihm wirklich schaden kann. Drängten sich auch Nöte der Welt um den Weisen zusammen, sie machen ihn nicht wanken. Und wenn ihn die Angriffe des Schicksals nicht aus der Bahn werfen, wie viel weniger die der Menschen, die doch, wie er weiß, nur Handlanger des Schicksals sind.«

Wer, wie der Weise, erkannt hat, dass selbst der Tod kein Übel ist und keine Beeinträchtigung seines Wesens, der wird alles, was geringer ist als der Tod, -- Verluste, Kinderlosigkeit, Trennung, Verbannung und Schmach --, gelassen ertragen.

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