40. Selbst-Vervollkommnung

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Untertitel

Viele sehnen sich nach der >großen Aufgabe<, durch deren Erfüllung sie sich aus der Masse herausheben würden. Sie suchen danach in der Ferne – und übersehen dabei, was ihnen zunächst liegt: die Kraft zur Erfüllung der großen Aufgaben des Lebens fließt aus der Meisterung der kleinen Dinge des Alltags. Wer mitten im Alltag ständig danach strebt, sich selbst zu vervollkommnen und Herr seiner selbst zu sein, der tut mehr zur Besserung der Welt als er ahnt.

Mit der Selbst-Vervollkommnung ist es wie mit der Mehrung der Weisheit: für beides stehen uns alle Kräfte und Hilfsmittel zur Verfügung. Zudem sind wir, wie Seneca betont, »die Erben aller Großen und Vollendeten der Menschheit. Für uns haben sie die Schätze der Lebensweisheit erarbeitet und angehäuft. Seien wir gute Haushalter! Nützen und vermehren wir, was wir empfangen haben, indem wir es leben! Geben wir dieses Erbe reicher an die folgenden Geschlechter weiter! Denn es bleiben noch viele Aufgaben auf dem Wege fortschreitender Vervollkommnung, und so wird es auch in Zukunft sein. Mag einer auch tausend Generationen nach uns geboren werden, er wird immer noch neue Einsichten gewinnen und neue Schritte zu noch höherer Vollendung tun können.

Die meisten Menschen befassen sich zu viel mit dem Körper und zu wenig mit dem geistigen Teil ihres Wesens. Für den Weisen hingegen ist der göttliche Teil seiner selbst – sein Selbst – wichtiger als alles Vergängliche an ihm. Er weiß wie beglückend das Streben nach Selbst-Vervollkommnung ist, weil es den Menschen geistig freier macht und würdiger, in Beziehung zur Gottheit zu treten.

Der höchste Gipfel menschlichen Geschicks ist erreicht, wenn einer nach Überwindung alles Unguten und Vergänglichen an ihm und um ihn herum über sich selbst hinausschreitet und sich in die Höhe erhebt, ins Innere der Natur blickt, sich zwischen Sternen bewegt und seiner Gott-nähe bewusst wird.

Er darf es als Beweis seiner Göttlichkeit nehmen, dass göttliche Dinge ihn begeistern. Er nimmt am kosmischen Geschehen teil wie an etwas, das ihn zutiefst angeht. Er weiß dass alles zu ihm in Beziehung steht, mit ihm innerlich verbunden und eins ist. Hier fängt er an, Gott zu erkennen. Denn was ist Gott anderes als der unendliche Geist des Weltalls.«

Alle großen Geister der Menschheit haben dem Menschen dieses hohe Ziel gesetzt, das sie selbst erreichten und das, wie ihre Froh -botschaft und die aller Religionen kündet, jeder einzelne zu erreichen seinem innersten Wesen nach berufen und befähigt ist.

Senecas Weisheit zu folgen, ist ein Weg zu diesem Hochziel. Ob und wie weit wir diesem Wege folgen und welche Höhen wir erklimmen, liegt bei uns.

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