37. Selbst- und Lebens-Vertrauen

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Untertitel

Grundlage und Stütze eines glücklichen Lebens ist Selbstvertrauen. Das aber erwirbt nur, wer Mühe und Anstrengung gering schätzt, wie Seneca erläutert:

»Weise handelt, wer sein Gemüt von allem Äußerlichen abzieht und sich in sich selbst versenkt. Er vertraue sich selbst und finde seine Freude an sich selbst, ziehe sich so viel wie möglich von allem seinem Wesen Ungemäßen zurück, fühle nicht seine Verluste und gebe auch dem Widrigen eine milde Deutung.

Als dem Stoiker Zeno ein Schiffbruch gemeldet wurde, bei dem seine ganze Habe im Meer verloren sei, sagte er: >Das Schicksal heißt mich ungehinderter philosophieren.< Durch solche Haltung muss und kann man sich alles leichter machen und mit leichtem Sinn ertragen. Es ziemt dem Menschen mehr, das Leben zu belächeln, als es zu beweinen. Wer lächelt macht sich um das Menschengeschlecht verdienter als der, welcher trauert. Denn er lässt Hoffnung zurück, während jener beweint, was er verbessern zu können bezweifelt. Am besten aber ist es, alles mit Gelassenheit aufzunehmen und im Vertrauen auf sich selbst und das Leben weder darüber zu lachen noch zu weinen. Je selbstgewisser und gelassener, desto glücklicher.«

Mit dem Selbstvertrauen ist das Lebens-Vertrauen unlösbar gekoppelt. Seine Maxime lautet: >Habe Vertrauen zum Leben -- und es trägt dich lichtwärts. Vertraue auf dein Glück – und du ziehst es herbei.< Und vergiss nicht, selbst im Unglück dir den Blick nicht trüben zu lassen für das, was wirklich ist. Wirklich ist der Geist des Lebens, der unendliche Geist des Guten, der nicht dein Wehe, sondern dein Wohl will.

Das Leben, sagt Marc Aurel,ist »ein eitles Jagen nach Pomp, ein Guckkasten, wo ein Bild nach dem anderen ab-schnurrt. Aber mitten in diesem Getriebe fest zu stehen und selbst vertrauend mit ruhig-festem Sinn stets das Beste zu erwarten, das ist unsere Aufgabe, das ist Lebens-Kunst.«

So heißt Philosoph sein, das Wort Horaz befolgen: »Erhalte in stürmischen Zeiten sorgsam dein Herz in gelassenem Gleichmut!« Und darüber hinaus: Besinne dich auf deine Kraft, vertraue dir selbst und dem Sieg des Guten, dem du dienst! Wer mir schadet, wird vom Schicksal erzogen.

Dies Vertrauen zum Leben und zu der göttlichen Macht hinter allem Geschehen spendet größeren Trost als das ärmliche Gefühl, Rache genommen zu haben. Denn es wurzelt in dem Bewusstsein, dass das Gesetz der ausgleichenden Gerechtigkeit jedem genau das zuteilt, was ihm zukommt. Wer dessen bewusst bleibt, steht unter dem Schutz des Höchsten.

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