35. Wille als Wandlungskraft

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Untertitel

Paulus beklagte seine mangelnde Willenseinheit, als er schrieb: »Das Gute, das ich tun will, das tue ich nicht; aber das Böse, das ich nicht tun will, das tue ich.« Ähnlich ergeht es, wie Seneca sagt, vielen Menschen, ohne dass es ihnen bewusst wird:

»Warum sehen wir uns oft wider Willen in eine unerwünschte Richtung gedrängt und treiben gerade auf das zu, was wir meiden wollen? Woher dieser Widerstreit mit uns selbst, der uns hindert, bei einem Willensentschluss zu bleiben?

Vor allem ist es der Mangel an Einsicht. Aber wie kann dieser Mangel behoben werden? Es ist schon viel wert, wenn einer den Willen hat, sich selbst zu helfen, wenn er nicht zum Guten gezwungen werden muss. Denn schließlich muss jeder sich zuerst durch innere Widerstände hindurch kämpfen, bevor er die äußeren meistern kann. Das ist eine Frage der Willensschulung.

Weiter gilt es, neben der Einsicht die Kraft und Zielstrebigkeit des Willens durch ständige Übung und Erprobung zu steigern. Der Sieg über Widrigkeiten und Hindernisse ist oft nur eine Frage rechten Wollens. Das haben vor allem jene erkannt, die die Natur mit einer unzulänglichen Körperwohnung versehen hat. Aber vielleicht wollte sie diesen gerade damit vor Augen führen, dass eine tapfere und Glück-verbürgende geistige Anlage in jeder Haut stecken kann und von der Körperverfassung unabhängig ist.

Einer meiner Freunde überwand alle körper- bedingten Schwierigkeiten und stieg über die Gleichgültigkeit gegen seine körperlichen Gebrechen und Mängel empor zur Geringschätzung auch aller anderen Behinderungen und Schwierigkeiten. Er hat gezeigt, dass Körperbehinderte sich gegen jeden Widerstand durchsetzen können – wenn sie nur wollen.

Im Willen zum Fortschritt, im Streben und in der ehrlichen Anstrengung nachzulassen bedeutet Rückschritt. Denn keiner kann später in seiner inneren Höherentwicklung dort wieder anknüpfen, wo er mit dem Streben aufgehört hat, weil nicht betätigte Kraft verkümmert. Darum müssen wir Eifer und Beharrlichkeit aufbringen und stets bereit sein, mehr zu tun, als bisher geschafft wurde.

Ein großer Teil des inneren wie des äußeren Fortschritts liegt schon im Willen dazu. Dessen gilt es sicher zu sein: >Ich will, und ich will es mit ganzem Herzen und mit allen meinen Kräften!< Dann wird das Leben eine Wohltat, während es im anderen Fall nur Da-Sein ist, ein Auf-der-Stelle-treten oder ein Krebsgang. Sorgen wir darum, dass alle unsere Zeit und all unser Wollen uns selbst gehört. Das können wir nur, wenn wir uns selbst gehören. Dann können wir am Ende sagen: >Ich habe gesiegt!<«

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