33. Rechte Selbst-Richtung

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Untertitel

Ob du gelassen und rechtschaffen dein Leben meisterst, hängt von dir selber ab. Denn nichts und niemand kann dich hindern, recht gesinnt und rechtschaffen und damit den Umständen überlegen zu sein. Rechte Selbst-Richtung, sagt Seneca, bestimmt auch die Richtung, die dein Schicksal nimmt:

»Woher kommt Sicherheit im Lebenskampf? Aus einem guten Gewissen, aus edlen Entschlüssen, aus rechtschaffenem Denken und Handeln, aus der Geringschätzung alles Zufälligen, aus rechter Selbst-Richtung und dem daraus entspringenden ruhig-steten Gang eines immer den gleichen Weg verfolgenden Lebens.

Wie können jene, die unstet von einem Vorsatz zum anderen überspringen oder durch einen beliebigen Zufall ihre Wegrichtung bestimmen lassen, irgend etwas gewiss und bleibend besitzen? Wenige nur gibt es, die sich und das ihrige nach einem festen Plan richten und ordnen, die ihrem Denken, Tun und Leben Ziele setzen. Die meisten gehen nicht, sondern lassen sich herumtreiben nach Art von Dingen, die auf den Wogen schwimmen. Daher müssen wir fest bestimmen, was wir wollen, und dabei beharren.

Eine Seele, die zu sich selbst heimgefunden hat, die um die rechte Richtung und den rechten Weg weiß, ist nie sich selbst zuwider, weil sie stets dem Besten nachgeht. Das Vergnügen aber findet zumeist gerade dann seinen Tod, wenn es den höchsten Genuss gewährt...

Daher lehren die Alten, man solle sich stets nach sich selber richten, seinem innersten Selbst, und nicht dem angenehmsten, sondern dem besten Leben nachgehen, so dass das Vergnügen nicht der Führer, sondern der Begleiter einer recht gerichteten, edlen Gesinnung ist. Dabei muss man die Natur zur Führerin nehmen: auf sie richtet die Vernunft ihr Augenmerk, bei ihr empfängt sie rechten Rat. Richtig, glücklich und naturgemäß leben ist ein und dasselbe.

Wir leben naturgemäß, wenn wir die körperlichen Anlagen und Bedürfnisse unserer Natur ruhig und angstlos als etwas betrachten, das uns nur auf Zeit gegeben ist. Sie sollen uns dienen, nicht uns beherrschen. Wir sollen von Äußerlichkeiten unverführt und unbeherrscht bleiben, auf uns selbst, unser Selbst, vertrauen, seiner inneren Führung folgen, auf alles gefasst sein und unseres Lebens eigener Zielsetzer, Richtgeber und Gestalter sein.

Auch die Natur richtet zwar ihre Tätigkeit nach außen, kehrt aber von überall her in sich selbst zurück. Dasselbe soll unser Geist tun; so bleibt er, den Sinnen folgend, sowohl der Außenwelt wie seiner selbst Herr. Auf solche Weise schafft er Macht, die mit sich selbst eins ist und darum allem Äußeren überlegen bleibt.«

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