30. Die Einstellung entscheidet

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Untertitel

Rechtes Denken ist Voraussetzung rechten Lebens. Überlegen macht überlegen. Nicht die Umstände sind Schicksal-entscheidend, sondern die Einstellung, sagt Seneca:

»Du kannst glücklich, du kannst gefesselt sein; je nach deiner Einstellung kannst du aus den Umständen Hinderungen oder Förderungen machen. In keiner Hinsicht hat die Natur sich mehr um uns verdient gemacht als dadurch, dass sie als Linderungsmittel unserer Unfälle die Gewohnheit erfand, die uns schnell mit dem Schwersten vertraut macht. Niemand würde aushalten, wenn die Fortdauer eines Unglücks dieselbe Kraft hätte wie der erste Schlag.

Wir sind alle ans Schicksal gebunden: die Kette des einen ist aus Gold und weit, die der anderen rostig und kurz. Was liegt daran? Den einen fesseln Ehrenstellen, den andern Reichtümer; manche drückt die niedrige Geburt, andere die vornehme; manchen hängt fremde Herrschaft über dem Haupt, anderen die eigene. Man muss sich an seine Lage gewöhnen und suchen, durch rechte Einstellung das Angenehme an ihr zu ergreifen.

Nichts ist so bitter, dass ein gelassenes Gemüt nicht einen Trost dabei fände. Auch das Harte lässt sich erweichen, das Enge erweitern, und das Schwere drückt den, der es mit bejahender Haltung und Gelassenheit trägt, weniger. Halten wir uns an das unseren Hoffnungen Entgegenkommende, dann wird auch das Schwere leichter.

Diese Worte sind an die noch Unvollkommenen gerichtet, nicht an den Weisen. Dieser besitzt so viel Selbstvertrauen, dass er keine Bedenken trägt, dem Schicksal entgegen zu treten, dem er nie das Feld räumen wird. Er fürchtet es nicht, weil er alles, auch sich selbst, unter die vergänglichen Dinge rechnet und so lebt, als sei alles, auch er sich selbst, nur geliehen. Doch ist er und sein Leben deshalb in seinen Augen nicht wertlos, sondern er wird jede seiner Aufgaben umsichtig und sorgfältig verrichten. Aber eben dadurch, dass er alles, was geschehen kann, schon im Voraus als jederzeit Eintretbar vorwegnimmt, schwächt er den Anfall jedes möglichen Übels.

Publius sagt: >Was einen treffen kann, kann jeden treffen.< Wer sich diese Wahrheit zu Herzen nimmt, wird sich wappnen, bevor er angegriffen wird. >Ich hätte nicht gedacht, dass dies mich treffen würde<, sagt mancher. Warum nicht? Wo ist der Reichtum, dem nicht Bettelstab und Hunger folgen könnte, wo ein Ehrenamt, das nicht Verachtung, Entbehrung, Verbannung begleiten könnte? Eine kurze Spanne Zeit nur liegt oft zwischen Thron und dem Knien vor einem anderen...«

Wirklich arm ist, wer seiner Begierden Sklave ist, wirklich reich, wer seiner selbst und seines Lebens Herr und gier-frei ist.

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