24. Freude als Kraftquell

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Untertitel

Die meisten Menschen benutzen ihre Klugheit nicht dazu, nach dem Guten und nach der Freude zu streben, sondern nach Lust und Sinnes -befriedigung, die das Leben nicht reicher, sondern unerfreulicher gestaltet, wie Seneca klarstellt:

»Grundlage und Höhepunkt rechter Geisteshaltung ist es, sich nicht an gehaltlosen Dingen zu erfreuen, sondern zu wissen, worüber sich zu freuen Sinn und Wert hat. Lebensweisheit erzieht zu wahrer Freude.

Glaubst du ich entziehe dir Genüsse, wenn ich das Zufällige entferne und falsche Hoffnungen gemieden wissen will? Im Gegenteil: ich will, dass es dir nie an Freude fehle; ich möchte, dass sie dir in deinem Hause erwachse; und sie tut es, wenn sie in dir selbst wohnt. Die übrigen Erheiterungen füllen das Herz nicht; sie glätten nur die Stirn und sind flüchtig.

Wahre Freude ist eine ernste Sache. Wertlose Metalle finden sich an der Oberfläche; das sind die köstlichsten, deren Adern die Tiefe birgt; sie werden den Wünschen des beharrlich Grabenden immer vollkommener entsprechen. Woran sich die Masse ergötzt, gewährt nur geringes und oberflächliches Vergnügen. Jeder von außen zugeführten Freude fehlt die Dauer; jene aber, von der ich spreche und zu der ich dir verhelfen möchte, kommt von innen, ist fest gegründet und beständig.

Tue, was allein dich froh und glücklich macht: wirf weg, was von außen glänzt und dir von anderen versprochen wird. Trachte nach dem wahren Gut und erfreue dich deiner selbst und des besseren Teils deines Selbst. Auch den Körper halte, wenngleich nichts ohne ihn geschehen kann, mehr für eine notwendige als wichtige Sache. Er gewährt nur kurze, Reue bringende und, wenn nicht mit Mäßigkeit geregelt, ins Gegenteil ausschlagende Genüsse.

Freude bedeutet, dass man innerlich stets voll frohen Mutes zum Handeln und voll gelassenem Selbstvertrauen gegenüber Widrigkeiten ist. Sie erwächst aus dem guten Gewissen, aus edlen Entschlüssen, aus rechtem Denken und Tun, aus der Verachtung der Zufälle, aus dem gleichmäßig-ruhigen Ablauf des Lebens, dem ein hohes Ziel gesetzt ist.

Beim Weisen ist Freude die bleibende Grundstimmung seines Wesens. Er ist in jeder Lage ruhig, gelassen und zuversichtlich. Er bedarf, weil er an nichts Äußerem hängt, weder der Menschen noch des Schicksals Gunst. Weil echte Freudigkeit in der Seele entsteht und dort beschlossen bleibt, geht dem Weisen äußeres Ungemach nicht unter die Haut.«

Wer darüber hinaus je die Freude empfand, Böses mit Gutem zu vergelten, der wird jede Gelegenheit wahrnehmen, Freude zu bereiten und so sein eigenes Freudenvermögen zu erhöhen, aus der Gegenwart das Bestmögliche zu machen und damit zugleich seine Zukunft zu durch-lichten.

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