23. Reichtum von innen

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Untertitel

Der Weise, sagte Seneca, »wird Reichtum nie von sich stoßen; denn er weiß ihn recht zu gebrauchen: er reicht ihn weiter an gute Menschen oder für gute Zwecke.

An sich ist Reichtum kein Gut, denn sonst müsste er gute Menschen machen. Gut ist er nur als Diener und Werkzeug. Gut ist er, wenn er Auswirkung und Ausdruck inneren Reichseins ist, das nicht wie der äußere Reichtum vergänglich und von tausend Zufällen abhängig ist.

Darin unterscheidet sich der Weise vom Toren: bei ihm steht der Reichtum in Dienstbarkeit, beim Toren übt er die Herrschaft aus. Der Weise gestattet dem Reichtum nichts, der Tor gestattet ihm alles. Den Toren nehmen seine Schätze gefangen, als ob sie ihn aller Gefahr enthöben. Um so härter trifft ihn dann der Verlust seiner Habe. Wer aber dem Weisen den äußeren Reichtum nimmt, muss ihm doch den inneren lassen.

So denkt und lebt der Weise: Der Geist ist ihm Führer und Halt; Reichtum lässt ihn gelassen -- einerlei, ob er ihn hat oder nicht. Er bleibt unerschüttert, ob das Glück kommt oder geht. Er betrachtet alles als Lehen und Gaben als Aufgaben zur Mehrung des Glücks aller. Was er besitzt, wird er weder geizig verbergen noch sinnlos vergeuden, sondern als Geschenk der Götter in den Dienst des Guten stellen. Und wenn der Tod ihm das äußere Leben nimmt, wird er mit dem Bewusstsein abtreten, dass er, seinem Gewissen folgend, sein Dasein edlem Streben und Handeln widmete und dass niemandes Freiheit oder Glück durch ihn beschränkt wurde -- auch nicht das eigene.

Wer so denkt und entschlossen Hand anlegt, dessen Weg geht zu den Göttern.«

Der gleichen Wahrheit gab Marc Aurel Ausdruck:

»Alles Vorhandene ist nur der Same des Größeren, das aus ihm werden soll. Darum ist es kein Übel für die Wesen, Veränderungen zu erleiden. Auch ein Verlust ist nichts weiter als eine Wandlung, durch die die Gottheit in ihrer ewigen Weisheit Raum schafft für das Bessere. Dabei schließt sich alles Folgende dem Vorangegangenen verwandtschaftlich an. Wie in allem, was existiert, eine Weisheit-volle Zusammenfügung herrscht, so zeigt sich auch in dem, was noch geschieht, keine bloß äußerliche Aufeinanderfolge, sondern eine wunderbare innere Zusammengehörigkeit. Darum sollte man bei allem, was einen trifft, sei es Liebes oder Leidiges, bedenken, wozu es gut sei, und bejahen, dass es gut ist. Eben dadurch trägt man dazu bei, dass es sich hinterher als gut und segenbringend offenbart. Wer so denkt und lebt, weiß um den Reichtum, der von innen kommt, und sieht sich auch in Gefahren geborgen.«

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