16. Der Geist sei Führer

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Untertitel

Wenn rechtes Leben darin besteht, dass der Geist Leib und Leben beherrscht, sollten wir alle Mühe darauf verwenden, dass dies Wirklichkeit werde.

»Gewiss ist der Weise ebenso an seinen Körper gefesselt wie der Un-Weise; allein in seinem besseren Teil, der Seele, ist er unabhängig von ihm. Gleichsam wie durch einen Fahneneid gebunden, hält der Weise dieses Leben für eine Schule oder Kriegsdienst und ist in solcher Verfassung, dass er weder Liebe noch Hass gegen das Dasein hegt und das Menschliche sich gefallen lässt, obgleich er weiß, dass noch Höheres vorhanden ist.

Du meinst, es solle mich nicht bekümmern, was der Anfang des Weltalls, wer der Schöpfer aller Dinge sei? Woher ich selbst gekommen bin? Ob ich diese Welt nur einmal erblicke oder öfter geboren werde? Wohin ich von hier gehe? Was meine Seele erwartet, wenn sie die Erde verlässt? Du meinst mir verbieten zu müssen, im Himmel heimisch zu sein?

Icch sage dir: ich bin größer und zu Höherem geboren, als nur ein Sklave meines Körpers zu sein, den ich je nachdem als Fessel oder als Werkzeug des Geistes werte. Daher gebe ich ihn dem Schicksal preis, damit es sich auf ihn beschränke, und lasse keine Wunde durch ihn hindurch bis zu mir selbst dringen.

Was an mir Schaden nehmen kann, ist nur der Körper; in dieser jeder Gefahr ausgesetzten Behausung wohnt meine Seele frei. Nie soll mich dieser Leib zur Furcht, nie zu einer des Edlen unwürdigen Vorstellung verleiten. Wenn mir es gut dünkt, werde ich die Gemeinschaft mit ihm lösen; und auch jetzt solange wir zusammenhängen, sind wir nicht zu gleichem Recht verbunden: dem Geist gebührt das Recht des Führers, der Körper soll sein Diener sein...

...Während ich die Stille genieße, dringt aus dem nahegelegenen Stadion das Geschrei der Zuschauer zu mir herüber. Unwillkürlich überlege ich, wie viele Menschen Körperübungen betreiben oder auch nur anderen dabei zuschauen, wie wenige dagegen ihre geistigen Anlagen pflegen und üben.

Wenn der Körper durch Übung zu solcher Kraft des Ertragens und zu den Höhen der Leistung erzogen werden kann, wie viel leichter muss erst der Geist an Kraft gewinnen können, Schicksalsschläge ungebrochen hinzunehmen und sich wieder aufzurichten.

Der Körper bedarf vieler Hilfsmittel, um Kraft zu gewinnen. Der Geist aber wächst aus sich selbst; er gibt sich selber Nahrung und formt sich selbst. So liegt, was dich besser und stärker machen kann, in dir. Was brauchst du um gut zu werden? Nur den Willen dazu. Und was kannst du besseres wollen, als dich durch Entfaltung der Führungskräfte des Geistes aus der Knechtschaft des Körpers zu befreien, seinen Schwächen zu widerstehen und dich zum Herrn über Leib und Leben zu machen!«

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