13. Das Tun entscheidet

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Untertitel

Jedes Leben ist wert, gelebt zu werden; aber es muss recht gelebt werden. Richtig gelebt wird es, wenn man Seneca folgt und »die Weisheitslehren so in sich aufnimmt, dass die Einsichten, Ideale und Worte Taten werden. Denn das Schlimmste, was ein Philosoph tun kann, ist, das er anderes lebt, als er nach seiner Lehre leben sollte, und nicht durch sein Tun bestätigt, was er mit Worten verkündet.

Wenn du dich stark fühlst und für würdig hältst, ein Eigener zu sein, dann beweise das, was du als recht betrachtest und aussprichst, durch die Festigkeit deines Willens, durch die Minderung deiner Begierden und durch die Realisierung deines Wollens durch dein Handeln. Das ist die große Aufgabe in der Schule des Lebens und das Kennzeichen der Reife, dass die Taten mit den Worten in Einklang stehen und der Weise sich selbst überall gleich ist.

Man soll das Leben an den Taten messen, nicht nach der Zahl der Jahre. Bedenke den Unterschied zwischen einem geistig beweglichen Menschen, der in einer kurzen Lebensspanne alle Aufgeben des Daseins meisterte, an einem anderen, an dem viele Jahre vorübergezogen sind. Der eine lebt noch nach seinem Tode, der andere ist schon vor seinem Tode gestorben.«

Der eine ging den eigenen Weg, der andere den der meisten, die sich ständig bereiten, demnächst zu leben, und damit am Glück vorbeileben, das sich nur im Jetzt ergreifen lässt – durch rechtes Tun. Darum ist der Blick des Weisen auf die Gegenwart gerichtet, und da er richtig handelnd aus ihr das Bestmögliche macht, erweist sie sich ihm gegenüber freundlich und hilfsbereit, so dass er in kurzer Zeit das Mehrfache von dem lernt und gewinnt, was andere kaum in Jahren erreichen.

Bei alledem folgt er dem Rat des Philosophen, stets das Ende zu bedenken, das ein Lebenswerk krönt oder verwirft. Indem er beständig so denkt und handelt, wie er, das Leben verlassend, wünschen würde, gehandelt zu haben, lebt er richtig.

Indem er sich bei allem, was er vorhat, prüft, ob es notwendig und gut sei, meidet er unnütze Gedanken und schädliche Handlungen. Er dämpft Begierden, hemmt die Leidenschaften, folgt dem Genius in ihm und bewirkt so, dass auch das Widrige Gegenstand positiven Wirkens und Teil der eigenen Schicksalsnotwendigkeit wird und so der Mehrung seiner Glücksfähigkeit und der Erreichung seines Lebensziels dient.

»Ihn, der die ihm beschiedene Lebensspanne recht angewandt hat, wollen wir preisen und glücklich nennen. Denn er war nicht leidender Teil der Masse, sondern ein Eigener. Er hat den Schritt vom Dasein zum Selbstsein getan, sich zum Charakter entwickelt und sich damit ein bleibendes Denkmal gesetzt.«

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